/ Februar 21, 2021/ Aspirantenleben

Alles dreht sich um Zehntel bei der Arbeitszeit von Pharmazeuten in der Apotheke. Werfen wir einen genaueren Blick auf das Teilzeitmodell, dessen Vor- und Nachteile und Gehaltsstufen in dem Zusammenhang.

Gesetzliche Grundlagen und kollektivvertragliche Regelungen

Im Gehaltskassengesetz wird festgelegt, dass das Dienstausmaß des Volldienstes (10/10-Dienst) kollektivvertraglich geregelt wird. Wenn es keine Regelung im Kollektivvertrag gibt, sind 172 Stunden pro Monat (1 Monat = 30 Tage) das Ausmaß für den Volldienst. Im aktuellen Kollektivvertrag für pharmazeutische Fachkräfte in öffentlichen Apotheken und Anstaltsapotheken Österreichs sind 40 Stunden für den Volldienst festgelegt. Im Gehaltskassengesetz (§ 15 Abs. (4)) ist festgelegt, dass ein Dienstausmaß in der Apotheke 2/10 nicht unterschreiten darf. Diese Mindest-Dienstausmaß kann in Ausnahmefällen, zum Beispiel während einer Karenz, mit einer 1/10-Anstellung unterschritten werden. Gesonderte Regelungen gibt es auch für Vertretungsdienste in einer Apotheke – genauere Informationen dazu findest du hier bzw. kannst du dich bei weiteren Fragen an die Pharmazeutische Gehaltskasse wenden (office@gk.or.at).

Zehntel, Wochenstunden und Gehalt

Wenn der Vollzeitdienst also mit 40 Stunden festgelegt ist, entspricht ein Zehntel vier Stunden. Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Zehntel, die entsprechenden Wochenstunden und das daraus resultierende monatliche Netto-Gehalt in der ersten Gehaltsstufe laut Brutto-Netto-Rechner der pharmazeutischen Gehaltskasse:

Teildienst in Zehntel1/102/103/104/105/106/107/108/109/1010/10
h/Woche481216202428323640
Verdienst 1. Gehaltsstufe (netto) in €6941.0401.3291.5311.7481.9662.1772.3712.565
Tabelle: Teildienst in Zehntel des vollen Dienstausmaßes und Verdienst 2021

Zu den Gehaltsstufen

Nach dem Aspirantenjahr kommst du laut Kollektivvertrag alle zwei Jahre in die nächst-höhere Gehaltsstufe, insgesamt gibt es 18 Gehaltsstufen. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Zehntel du in dieser Zeit in einer Apotheke angestellt bist. Die Aufrückung in die nächst-höhere Gehaltsstufe erfolgt automatisch alle zwei Jahre. Weiterführende Informationen über dein Gehalt in der Apotheke findest du hier.

Dienstausmaß im Aspirantenjahr

Im Aspirantenjahr ist man in der Regel ein Jahr für 10/10 angestellt, außer man beantragt bei der Österreichischen Apothekerkammer eine 5/10-Anstellung. In diesem Fall dauert das Aspirantenjahr zwei Jahre statt ein Jahr.  Diese verlängerte Ausbildung kann aus berücksichtigungswürdigen Gründen, wie beispielsweise der Betreuung eines Kleinkindes oder der Verfassung einer Dissertation bei der Österreichischen Apothekerkammer beantragt werden. Weiterführende Informationen dazu findest du hier (eingeloggt). Wenn du noch offene Fragen hast, wende dich an deine zuständige Landesgeschäftsstelle.

Aspekte des Teilzeitdienstes

Etwa ein Drittel aller Arbeitnehmer in Österreich arbeiten im Teilzeitdienst, in Apotheken sogar 81,4% der Pharmazeuten. Teilzeitmodelle ermöglichen eine bessere Work-Life-Balance und mehr Freizeit. Beruf und Familie lassen sich damit besser vereinbaren, was gerade bei dem hohen Frauenanteil von 86,7 % bei den Pharmazeuten in der Apotheke (Apotheke in Zahlen 2020, S. 33) eine wichtige Rolle spielt. Nachteilig sind das geringere Gehalt und die niedrigeren Pensionsansprüche. Zusätzlich ermöglicht eine Teilzeitanstellung höhere Flexibilität bei der Arbeitszeit, was nicht nur Vorteile für den Arbeitnehmer bringt, sondern auch Nachteile, wenn der Arbeitgeber diese einfordert. Zum Beispiel kommt es sehr oft zu variierenden Arbeitsplänen, um mögliche unbeliebte Arbeitstage wie den Samstag gerecht aufzuteilen.

Für den Betrieb stellt der Teilzeitdienst aufgrund mehrerer Aspekte ein attraktives Modell dar: Es sorgt dafür, dass in kundenstarken Zeiten ausreichend Kapazität vorhanden ist, vereinfacht die Urlaubsplanung, die Organisation von Bereitschaftsdiensten und den Umgang mit Krankenständen. Generell kann das Risiko der Abhängigkeit von einzelnen Mitarbeitern reduziert werden.

In der Realität erfordert der Teilzeitdienst Kompromisse zwischen den Beteiligten, im Idealfall sind diese für alle von Vorteil. Bessere Work-Life-Balance für die Angestellten und flexibles Personalmanagement mit ausgeruhten, zufriedenen Mitarbeitern für den Betrieb.

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