Du hast dein Pharmazie-Studium in Österreich erfolgreich abgeschlossen und möchtest deine Ausbildung als ApothekerIn nun in Deutschland absolvieren? Das ist möglich – hier findest du alle wichtigen Informationen!
Aufbau der Apothekerkammern in Deutschland
In Deutschland ist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. (ABDA) die Spitzenorganisation aller ApothekerInnen. Mitglieder sind:
- 17 Landesapothekerkammern (berufspolitische Interessensvertretung angestellter ApothekerInnen)
- 17 Landesapothekerverbände (Interessensvertretung der ApothekeninhaberInnen)
Die Landesapothekerkammern sind dein Ansprechpartner für die Ausbildung, sie haben sich zur Bundesapothekerkammer (BAK) zusammengeschlossen. Die Apothekerverbände bilden den Deutschen Apothekerverband e. V. (DAV).
Hier findest du die Kontaktdaten aller Landesapothekerkammern.
Unterschiede in der Ausbildung
In Österreich folgt nach dem Studium das Aspirantenjahr. In Deutschland ist dieses praktische Jahr jedoch Teil des dritten Abschnittes des Studiums. Es umfasst zwölf Monate, davon müssen mindestens sechs Monate in der öffentlichen Apotheke geleistet werden, die verbleibende Zeit kann auch in einer Krankenhaus- oder Bundeswehrapotheke, der Industrie, einer wissenschaftlichen Institution oder einer Arzneimitteluntersuchungsstelle absolviert werden.
Das praktische Jahr wird durch einen vier- bis sechswöchigen Begleitunterricht ergänzt, in dem praxisnahe, rechtliche und betriebswirtschaftliche Themen vermittelt werden. In Österreich entspricht dies dem sogenannten Aspirantenkurs.
Am Ende des praktischen Jahres folgt die staatliche Prüfung in den Fächern Pharmazeutische Praxis und Spezielle Rechtsgebiete für Apotheker. Nach dem Bestehen kannst du die Approbation – also die allgemeine Berufsberechtigung als ApothekerIn – beantragen.
Genauere Informationen zur Ausbildung als ApothekerIn in Deutschland kann man hier nachlesen.
Schritte für österreichische Pharmazie-AbsolventInnen
- Ausbildungsapotheke finden
- Überlege dir zunächst, in welcher Region du arbeiten möchtest und suche dort nach Ausbildungsplätzen – entweder über Stellenausschreibungen, die hier angeführt sind, oder durch Initiativbewerbungen.
- Kontakt mit der zuständigen Behörde
- Sobald du eine Apotheke gefunden hast, wendest du dich an die zuständige Behörde des jeweiligen Bundeslandes. Diese prüft, welche Voraussetzungen du erfüllen musst, um die Approbation in Deutschland zu erhalten. Die Anforderungen können je nach Bundesland leicht variieren.
- Ein Beispiel: In Deutschland ist eine Famulatur, also Praktika im Ausmaß von acht Wochen im ersten Studienabschnitt vorgesehen. Ob du diese nachweisen oder nachholen musst, entscheidet die jeweilige Behörde.
- In diesem Dokument findest du alle Ansprechpartner der jeweiligen Bundesländer.
- Anmeldung zur Prüfung
- Die staatliche Abschlussprüfung folgt am Ende des praktischen Jahres. Erkundige dich frühzeitig nach der Frist für die Prüfungsanmeldung.
Informationen zur Prüfungsanmeldung findest du hier.
Hier findest du alle rechtlichen Informationen zur Approbation für ApothekerInnen.
Alternative Möglichkeiten zur Ausbildung als ApothekerIn
- Praktisches Jahr in Deutschland, Prüfung in Österreich
- Nach Absprache mit der Österreichischen Apothekerkammer kann das in Deutschland absolvierte Ausbildungsjahr für die österreichische Abschlussprüfung anerkannt werden.
- Geteiltes Aspirantenjahr
- Eine Kombination aus sechs Monaten in Deutschland und sechs Monaten in Österreich ist ebenfalls denkbar – allerdings nur nach vorheriger Absprache mit beiden Kammern (österreichischer Apothekerkammer und ABDA).
Generell gilt: Innerhalb der EU, des EWR und der Schweiz werden Apothekerausbildungen in der Regel automatisch gegenseitig anerkannt. Du kannst also flexibel entscheiden, in welchem Land du langfristig arbeiten möchtest.
Wir wünschen dir viel Erfolg für dein Aspirantenjahr – ganz gleich, für welchen Weg du dich entscheidest!


